Author Archives: Benjamin Bunk

Seminare zum Themenbereich Globales Lernen

Globales Lernen versteht sich als pädagogische Reaktion auf die Globalisierungstatsache. Es ist mehr als die Thematisierung von Globalisierung oder globalen Herausforderungen in pädagogischen Kontexten. Es ist auch mehr als ein Sammelsurium an netten, alternativen Methoden die auf andere Lernerfahrungen abzielen. Dieses Konzept und die darunter zu subsumierenden pädagogischen Ansätze verstehen zum einen die Globalisierung als Herausforderung für die Pädagogik und das Nachdenken über das Pädagogische an sich. Zum anderen eint diese Ansätze die Globalisierung aus pädagogischer Perspektive zu betrachten, als Herausforderung für Lernen, Lernwege und Lernorte. Neben den verschiedenen Fach(Didaktischen) Ansätzen, greifen die unterschiedlichen pädagogischen Ansätze z.B. auf Debatten um Reformpädagogik, Interdisziplinäres Lernen, Interkulturelles Lernen, Politische Bildung, Kompetenzentwicklung, das Verhältnis von Theorie und Praxis oder die Rolle von Pädagogik in einer Ungleichen Gesellschaft zurück. Ob in oder außerhalb der Schule, Globales Lernen beschränkt sich nicht auf Unterrichtskonzepte und Materialkoffer, sondern ist ein Leitbild für die gestaltung von Lernräumen.

Benjamin Bunk lehrt an Universitäten zum Themenbereich Globales Lernen, in Jena (2009, 2010, 2011, 2014), aktuell in Gießen und Marburg (2015).

Internationale schulische Reformpädagogik in Theorie und Praxis (ein Vergleich Brasilien und Deutschland) (2013)

Inhalt:

Soziale Ungleicheit und gesellschaftliche Transformationsprozesse waren Ausgangspunkte für die sogenannte historische Reformpädagogik in Deutschland im frühen 20. Jahrhundert. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es in Brasilien große staatliche Reformbemühungen um der massive Soziale Ungleicheit im Bildungswesen allgemein und insbesondere die Unterschiede im Zugang zu Bildung zwischen Stadt und Land zu begegnen. Herausragende brasilianische, staatliche Reformbemühungen in diesem Sinne sind die landesweite Einführung eines neuen Hochschultypus seit 2008, den Institutos Federais, und die seit etwa 2005 landesweit geförderten und sich etablierenden Studiengänge einer “ländlichen Erziehung” (Educao do Campo). Beide Ansätze sind dabei stark durch eine in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nach Brasilien getragenen reformpädagogischen Konzepten geprägt (Anisio Teixeira, Florestan Fernandes) – wenn auch diese Debatte in ihrer Entwicklung eigene Wege eingeschlagen hat (Gaudencio Frigotto, Miguel Gonzales Arroyo). So versuchen die IFBs an einer Hochschule unterschiedlieche Schul-, Berfsschul-und Hochschulabschlüsse und deren Übergänge zu integrieren und zugleich durch dezentrale Lehrkonzepte den Zugang auch für entfernte ländliche Regionen zu eröffnen. Die Educacao do Campo wiederum, ein ursprünglich in den ländlichen Sozialen Bewegungen entwickeltes Konzept, sucht ähnliche dezentrale Lehrkonzepte an traditionellen Universitäten in der Lehreraus- und Fortbildung mit besonderen Lehrinhalten für ländliche Regionen und deren Lebensweise zu ekoppeln. Beide Ansätze sind in besonderer Weise durch partizipative Ansätze in der Didaktik, einem übergeordneten politischen Projekt als auch mit besonderen Anforderungen und Erwartungen an die Lehrpersonen verbunden.

Maßnahmen:

Im Rahmen der Vortragsreise wurde die aktuelle Debatte um Reformpädagogik in Deutschland und das praktische Schulmodell der Jena-Plan Schule in Vorträgen an drei Standorten durch Vorträge vorgestellt (Brasilia (IFB und UnB), Belo Horizonte, Diamantina). Im Gegenzug wurde das Instituto Federal de Brasilia, als Modellprojekt für diesen neuen Hochschultypus, und der Studiengang Educacao do Campo an der Universidade Federal de Minas Gerais, als einer der Vorreiter dieses Studienmodells, besucht. Kooperationsgespräche wurden geführt und gemeinsame Publikations- und Übersetzungsprojekte wurden initiiert.

Presseecho:

Vortrag, 12. Juni 2013, IFB: http://www.ifb.edu.br/reitoria/reitoria/noticias/4892-dialogos-formativos-debate-sobre-ensino-com-curriculo-integrado-em-jena

Vortrag, 14. Juni 2013, UnB: http://unb.br/noticias/unbagencia/unbagencia.php?id=7824

Projektverantwortung: Benjamin Bunk (wissenschaftlicher Mitarbeiter) & Annett Siebert (Lehrerin an der Jenaplan Schule Jena)

Zeitraum und Ort: Anfang bis Ende Juni 2013 in Brasilia, Belo Horizonte und Diamantina, Brasilien

Förderung: Stipendium für Vortragsreisen des Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD, für Benjamin Bunk) und Zuschuss AK Jenaplanpädagogik e.V. (Annett Siebert)


Kontakt:

Benjamin Bunk, Dr. des.

Annett Siebert, LA. G.

Tel.: +49 (0)3641 / 412474 (B. Bunk)

Email: benjamin.bunk@uni-jena.de

Institut für Bildung und Kultur
Lehrstuhl für Historische Pädagogik und Erziehungsforschung

Friedrich-Schiller-Universitität Jena

Am Planetarium 4

D-07743 Jena

Das Weltsozialforum, die Debatte um Gemeingüter und Jena

Datum: 10. Mai 2011
Ort: “Großer Saal” im “Haus auf der Mauer”, Internationales Kulturzentrum  der Universität Jena, Johannisplatz 26  (2 min. vom Campus)
19.00 -20.00 Uhr -Film: Der Kampf um eine andere Welt. Das Weltsozialforum in Dakar (45 min. Dokumentation; von Kontext.tv)
20.00 – 22.00 Uhr  – Vortrag & Diskussion mit  Silke Helfrich (freie Publizistin; Commonsblog; Commons Strategies Group) & Benjamin Bunk (FSU Jena; FreundInnen der brasilianischen Landlosenbewegung MST ,e.V)
Veranstalter: Heinrich Böll Stiftung Thüringen e.V. in Kooperation mit dem Jenaer Internationalen Studierendenkreis (JISK) und dem institut für Bildung und Kultur (IBK)

“Ich mag euch nicht, und ich finde nicht gut was ihr macht. Aber Senegal ist ein liberales Land und deshalb dulde ich euch hier.” Soviel zum Willkommensgruß des senegalesischen Präsidenten am Rande des 10. Weltsozialforums, vom 6.-11. Februar 2011 in Dakar. Aber das Anliegen des Weltsozialforums unter dem Motto “Eine andere Welt ist möglich”, ist auch nicht die Politik “wie man sie kennt”. Im Gegenteil, die grundlegend einigende Erfahrung der Teilnehmer am WSF ist, dass die bestehenden politischen Institutionen, national wie global, weder willens noch in der Lage sind die existentiellen Probleme der Bevölkerung(en) zu lösen. Das Demokratiedefizit ist gewaltig. Fast überall. Doch wer immer nach Alternativen sucht muss sich bewußt sein: unsere Probleme sindzu komplex, einfache Lösungen wird es nicht geben.
Das Weltsozialforum findet seit nunmehr 11 Jahren statt. Anfangs wurde es als größtes politisches Ereignis des neuen Jahrhunderts gefeiert, inzwischen ist die Aufmerksamkeit – zumindest in Deutschland – stark zurückgegangen. Warum? Sagt das etwas über das WSF oder eher über uns?
Ein Ansatz den vielen Krisen und Problemen unserer globalen Welt zu begegnen ist die Debatte um die Commons (oder Allmende/Gemeingüter).  Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosphäre nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum Nötigsten für ein menschliches Leben gehören. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verfügung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt gehört nicht mehr allen, sie wird eingezäunt und kommerzialisiert zu unserem Schaden. Davon zeugen die weltweiten Konflikte über die Trinkwasserversorgung, den Zugang zu neuen Technologien oder den Umgang mit Regenwäldern oder mit unseren öffentlichen Räumen: Beispiel Eichplatz. Stehen wir an einem Scheidepunkt, an dem ein neuer Blick auf unsere gemeinsamen Besitztümer erforderlich ist?

Workshop Arena der Zukunft: Wie gelingt politischer Wandel?

Rio+20, landlose Landbesetzerinnen, 20 Jahre Lokale Agenda 21 und politisches Engagement in Thüringen

Zeitraum: 11.05.2012 bis 13.05.2012

Ort: Naturerlebnishof Hausen (bei Erfurt)

Veranstalter/innen: Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen in Kooperation mit der BUNDjugend Thüringen

Im Juni 2012 trifft sich die Welt nach 20 Jahren wieder, um auf dem “Erdgipfel” (Rio+20) über nachhaltige Entwicklung zu debattieren. Doch der globale Klimaschutz wurde in Durban vorerst begraben. Weder bei sozialen Themen wie dem Welthunger noch beim Ressourcenverbrauch, scheint eine Trendumkehr auf dieser politischen Ebene nicht in Sicht. Doch aus Misserfolgen kann man Lehren ziehen. Und es gibt viele gute einzelne Projekte und politische Initiativen. Entscheidend ist: Wie gelingen nachhaltige Veränderungen? Was heißt das für unser Handeln hier in Thüringen?
Scharfe Kritiker von Rio+20 sind die brasilianische Landlosenbewegung “Movimento dos Sem Terra” (MST) und das Weltsozialforum (WSF). Der Begriff der Nachhaltigkeit und Rio 1992  galten als Symbol dafür, dass Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit im Zentrum der Gesellschaft angekommen waren. Heute, so die Kritik, erweist sich die Green Economy als Farce unter welcher auch die Verwertung des letzten Fleckens Natur als ökonomische Ressource legitimiert wird. Ein wirklich nachhaltiges Umdenken angesichts schreiender sozialer Ungleichheit, Klimawandel oder der Bedrohung des Peak Oil ist nicht in Sicht.
Die brasilianische Landlosenbewegung ist ein entscheidender Akteur der Via Campesina und eine der größten sozialen Bewegung der Welt. Bekannt geworden vor allem durch ihre Landbesetzungen, ist sie aber zugleich ein Beispiel für eine Basisbewegung, die seit mehr als 25 Jahren in vielfältiger Weise Gesellschaft mitgestaltet. Das Weltsozialforum wiederum hat eine ganz andere Handlungsform entwickelt, aber auch damit prägt es globale Entwicklung.

Im Seminar wollen wir uns zunächst mit den Handlungsformen der MST und des WSF, aber auch mit den Inhalten der zivilgesellschaftlichen Entwürfe des “Gegengipfels” (Cúpula dos Povos) zu Rio+20 beschäftigen. Unser Fokus liegt jedoch weit näher – hier in Thüringen.
Voller Enthusiasmus wurde der lokale Agenda 21 Prozess nach Rio`92  begonnen. In unzähligen Orten gründeten sich lokale Initiativen, welche Agenda von Rio nach ihren eignen Vorstellungen umsetzen wollten. Nach 20 Jahren umwelt- und entwicklungspolitischem Engagement kann eine kritische Bilanz sehr hilfreich sein. Wo gibt es gute Ansätze und Erfahrungen, die weiterverfolgt werden können? Woran sind einzelne Projekte gescheitert und wie lässt sich dies vermeiden? Wie hat sich der lokale und globale Kontext geändert?
Über allem jedoch steht die Frage: Welche Lektionen lassen sich daraus lernen? Was sind die “Gelingensbedingungen” für nachhaltiges Verändern?
Angesichts immer undurchschaubarer globaler Zusammenhänge, kontroverser Debatten um den richtigen Weg  zur Klimagerechtigkeit und der ernüchternden Erkenntnis, dass das vermeintlich Richtige sich zuweilen rückblickend als falsch herausstellt, ist eines sicher: Nicht-Handeln ist keine Option!
Neben den inhaltlichen und problembezogenen Auseinandersetzungen versteht sich dieses Seminar auch als Vorbereitung und Teil der Arena der Zukunft 2012. Gleichzeitig möchte es den Raum öffnen, um vorhandene Projekte und künftige Ideen, Strategien und Aktionen gemeinsam weiter zu entwickeln.

Seminarleitung: Benjamin Bunk

Fachgespräch Perspektivenwechsel im Globalen Lernen – Emanzipatorische Bildung, Soziale Bewegung und Postkolonialität

Fachgespräch Perspektivenwechsel im Globalen Lernen – Emanzipatorische Bildung, Soziale Bewegung und Postkolonialität

Datum: 24.05.2012, 16-20 Uhr

Ort: EPN Hessen (großen Saal)

Referent: Benjamin Bunk,  Institut für Bildung und Kultur (FSU Jena)und Mitglied der “Amigos do MST”
Thema: Globales Lernen aus der Perspektive der Bildungskonzepte und -Aktivitäten der brasilianischen Landlosenbewegung “Movimento dos Sem Terra” (MST) (4-stündig)

Thema des Fachgespräches ist das Globale Lernen anhand der brasilianischen Landlosenbewegung “Movimento dos Sem Terra” (MST). Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit der MST und ihrem entwicklungspolitischem Kontext aber auch ihrer Eigenschaft als Soziale Bewegung. Die MST hat dabei eine eigene Idee von emanzipatorischer Bildung, eine eigene Idee der Rolle schulischer Erziehung und ist als Bewegung ein besonderer Raum für Bildungsprozesse. Zur Sprache kommen dabei beispielsweise auch Bildungskonzepte wie das Paulo Freires oder die hier eher unbekannteren Debatten in der Pädagogik Brasiliens heute.
Diese Auseinandersetzung soll eine andere Perspektive auf die pädagogischen Herausforderungen des Globalen Lernens eröffnen. Die Frage um die Inhalte rückt dabei in den Hintergrund, geht es doch um die Ziele, Rahmenbedingungen und Methoden Globalen Lernens sowie dessen pädagogischen Selbstverständnis und Funktion in Gesellschaft. Und dies hat auch Konsequenzen für die Praxis.
Daraus ergeben Sich Anschlüsse an allgemeine pädagogische Fragestellungen, schulpädagogische Debatten oder die Idee von Bildung, aber gerade auch an die häufig polarisiert geführte Diskussion um GL als Bildungskonzept und Initiator von offenen Lernprozessen oder als politische Anwaltschaft oder der problematischen Handlungs- und Werteorientierung. Wenn die MST kämpft und sich organisiert für einen offen Zugang zu Bildung, aber auch auf Persönlichkeitsentwicklung und den Erwerb von sozialem und politisch-organisatorischem Wissen abzielt, ist das dann  – in der Sprache des Globalen Lernens-  Empathiefähigkeit und Handlungsorientierter Kompetenzerwerb?
Das Fachgespräch besteht aus einem Vortrag, interaktiven Lernformen und gibt Raum für Diskussion und eigene Fragen.

Zielsetzung: Das Fachgespräch will zum Wissenserwerb über Lernprozesse und Bildungskonzepte im Globalen Süden beitragen. Im Vordergrund steht jedoch die Reflexion der eigenen Ansätze in der schulischen wie entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und die konzeptionelle Diskussion um Globales Lernen. Sowohl die Landlosenbewegung und ihr Kontext, deren Konzept einer emanzipatorischen Bildung als auch die Soziale Bewegung als Erfahrungsraum und Lernort liefern Anregungen Praxis und Theorie Globalen Lernens neu zu denken.
Ausgangspunkt des Fachgesprächs ist die brasilianische Landlosenbewegung, als inhaltliche Fortführung der “Veranstaltung zu Arbeitsrechten und Arbeitsbedingungen auf dem Land/ im Agrarsektor” zum Tag der Landlosen Mitte April. Somit wollen wir auch Zielgruppen erreichen, die bisher noch keinen Bezug zum Globalen lernen hatten.

Workshop Nachhaltigkeitszentrum: Globales Lernen in Theorie und Praxis

Das Beispiel Rio +20 – Die Konferenz der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung

Datum: 27.04.2012
Zeit: 9.30 – 15.00
Veranstalter: Nachhaltigkeitszentrum Thüringen
Referenten:Annett Siebert, Lehrerin an der Jena-Plan Schule in Jena und BNE-Multiplikatorin des Thüringer Kultusministeriums
Benjamin Bunk: Mitarbeiter am Institut für Bildung und Kultur der FSU Jena

Im Juni 2012 trifft sich die Welt nach 20 Jahren wieder in Rio de Janeiro, um auf dem “Erdgipfel” (Rio+20) über nachhaltige Entwicklung zu debattieren. Doch der globale Klimaschutz wurde in Durban vorerst begraben. Ressourcenverbrauch oder gar soziale Themen wie der Welthunger sind kein Thema – politisch ist auf dieser Handlungsebene kein Wandel in Sicht.
Aber was bedeutet das für uns als PädagogInnen? Vor welche pädagogischen Herausforderungen stellt uns die Globalisierung? Welche Ziele verfolgen wir? Was wollen wir vermitteln? Auf welche Art und Weise soll das geschehen? Das sind Fragen, die das Globale Lernen beantworten sucht.

Allgemein betrachtet versteht sich das Konzept des Globalen Lernens als pädagogische Antwort auf die Globalisierung aller Lebensbereiche oder, mit anderer Akzentuierung, als die pädagogische Reaktion auf die Entwicklungstatsache zur Weltgesellschaft. Praktisch verbergen sich hinter diesem offenen Konzept eine ganze Reihe an Bildungszielen, Kompetenzen und didaktischen Prinzipien bis hin zu eigenen methodischen Ansätzen. Globalisierung ist aus dieser Perspektive nicht nur ein Thema, sondern vor allem eine Herausforderung für die pädagogische Gestaltung von Lernprozessen.

Im Seminar wollen wir uns in einer ersten Einheit zunächst praktisch an das Globale Lernen annähern. Anhand des Themas Rio+20 werden wir grundlegende Prinzipien und Methoden des Globalen Lernens erproben und veranschaulichen. Mit Beispielen aus dem gastgebenden Land Brasilien sollen Möglichkeiten der Behandlung des Themas im Unterricht gegeben werden. Vertiefend wird eine Unterrichtseinheit von ca. 6 Stunden zur Rio-Konferenz und der Nutzung der Wasserkraft am Amazonas vorgestellt.
In einer zweiten Einheit wollen wir uns vertieft mit den vielfältigen pädagogischen Grundlagen des Globalen Lernens auseinandersetzen, um später diese Ideen selbsttätig anwenden zu können. Dazu werden wir uns anhand einer interaktiven Ausstellung, welche gemeinsam mit Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität erstellt wurde, mit Lernfeldern und Bildungszielen befassen und einzelne Lehr- und Lernmaterialien zu verschiedenen Themenfeldern praktisch erproben.

Zielgruppe sind Lernende ab 14 Jahren: Bezüge gibt es zu Fächern Geographie, Sozialkunde, Ethik, WR, Biologie, Geschichte und natürlich auch anderer Fächer

Ausstellung Global Denken Lernen (2012)

Erstellung einer Ausstellung im Rahmen eines Projektseminars: Bunk, Benjamin/ Siebert, Annett (2012): Global Denken Lernen. Pädagogische Reaktionen auf die Globalisierung – Erkennen, Bewerten, Handeln (gefördert mit freundlicher Unterstützung durch den Evangelischer Entwicklungsdienst (eed) und den Katholischer Fonds (KF)) [mehr…]

Projekt „Faire und weltoffene Stadt Jena“ (2011)

In enger Zusammenarbeit mit dem Referat Stadtentwicklung der Stadt Jena, zielte dieses Projekt darauf ab, anhand der systematischen Auseinandersetzung mit dem bestehenden “fairen” Engagement in  Jena,  wesentliche Impulse für den weiteren Entwicklungsprozess zur “fairen und weltoffenen Stadt Jena” zu liefern.

Zusammenfassung des Projektberichts Faires und weltoffenes Jena: [download]

Projektbericht Faires und weltoffenes Jena: [download]

Projektlaufzeit: 9. September – 31. Dezember 2011

Die Stadt Jena möchte sich als faire und weltoffene Stadt präsentieren und sich um den Titel “Fairtrade Stadt Jena” bewerben. Damit setzt sie ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit in der Welt und Weltoffenheit in Jena. Durch die Förderung dieses Entwicklungsprozesses möchte die Stadt der Zivilgesellschaft die Gelegenheit geben, soziales Engagement praxisnah und international umzusetzen. In Jena gibt es bereits viele herausragende faire Aktivitäten, die noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden sollen. Mit der Kampagne sollen auf lokaler Ebene die verschiedensten Partner, wie z. B. städtische Verwaltung, Vereine, Schulen und Unternehmen verbunden werden, um mehr Bewusstsein für den “Fairen Handel” und weitere faire Aktivitäten zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde im Sommer eine “Fairtrade Town – Steuerungsgruppe” ins Leben gerufen.

In dem Projekt “faire und weltoffene Stadt Jena” werden in einer Potenzialanalyse die “fairen” Aktivitäten in der Stadt Jena analysiert, um mögliche Handlungsfelder und weiterführende Maßnahmen zu bestimmen. Die Grundlage für diesen Vertrag bilden der Stadtratsbeschluss “Jena wird Fairtrade Stadt” vom 12.05.2011 und Beschluss des Oberbürgermeisters vom 05.07.2011 zur Beteiligung am bundesweiten Wettbewerb “Hauptstadt des Fairen Handels”.

In einem ersten Schritt werden, möglichst umfassend, Initiativen und Akteure recherchiert, die sich in Jena mit den Themenbereichen fairer Handel, Globalisierung, Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungspolitik, Nord-Süd-Beziehungen oder mit (inter)kultureller Arbeit zu Ländern der Südhalbkugel befassen. In einer Projektdatenbank werden die Informationen systematisiert dargestellt. Diese Sammlung soll einerseits als Grundlage für eine spätere Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit dienen. Andererseits erlaubt sie eine genaue Analyse des derzeitigen Aktionspotenzials und macht Defizite bzw. noch offene Aktionsräume sichtbar. Auf Grundlage dieser Analyse werden Handlungsfelder sowie weitere Aktionsstrategien erarbeitet, um den Prozess “Fairtrade Town” nachhaltig zu gestalten.

Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz, Benjamin Bunk

Projektmitarbeiterin: Katharina Kühnle

Weiterleitung zur “Faires Jena Kampagne” des Dezernats Stadtentwicklung der Stadt Jena mit aktuellen Informationen und weiterführenden Ansprechpartnern in Stadtverwaltung und der Steuerungsgruppe http://www.jena.de

Weiterleitung zum “Hauptstadt des Fairen Handels” Wettbewerb der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung): http://www.service-eine-welt.de

Weiterleitung zur “Fair-Trade Towns” Initiative: http://www.fairtrade-towns.de/

 

Kontakt:

Benjamin Bunk, M.A.

Katharina Kühnle, M.A.

Projekt “Faires und weltoffenes Jena”

in Kooperation mit der Stadt Jena

Tel. Büro 03641 / 945333 (nur dienstags)

Tel. privat 03641 / 412474 (B. Bunk)

Email benjamin.bunk@uni-jena.de

Institut für Bildung und Kultur

Friedrich-Schiller-Universitität Jena

Am Planetarium 4

D-07743 Jena

Ausstellungseröffnung “Global Denken Lernen”

Ausstellungseröffnung:
Wann: Montag, 25.06.2012 Wo: Großer Saal – Haus auf der Mauer
Programm :
18.00-20.00 Uhr: Vortrag und Diskussion mit  Prof. Dr. Dirk Oesselmann (Uni-Freiburg/EKD):
Bildung angesichts der Zukunft von Welt – Von der Notwendigkeit einer ganzheitlichen Vision.
ca. 20.00-21.00 Uhr: Buffet (Schülerfairma Jena-Plan)  und Geselligkeit
Ausstellung Global Denken Lernen:
Wann: 21. Juni-20.Juli 2012 Wo: Haus auf der Mauer 2.OG, Johannisplatz 26, Jena
Öffnungszeiten (im Regelfall): Mo -Fr, 11-19 Uhr
Veranstaltungsankündigung zum download hier.

 

Liebe Interessierte, Freunde des Globalen Lernens in Jena, Mitglieder des Landesgraduiertenkollegs und Akteure des Forum Faires Jena,
hiermit laden wir Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung “Global Denken Lernen” am 25. Juni 2012 um 18 Uhr im Haus auf der Mauer, Johannisplatz 26, ein.

Die Ausstellungseröffnung wird mit dem Vortrag von Prof. Dr. Dirk Oesselmann (Uni Freiburg/EKD – nachhaltige Entwicklung) “Bildung angesichts der Zukunft von Welt – Von der Notwendigkeit einer ganzheitlichen Vision” eingeleitet. Im Anschluss lädt die Schülerfairma der Jenaplan-Schule mit einem Buffet und Musik zum Verweilen und Plaudern ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kampagne “faires und weltoffenes Jena” des Forums Faires Jena und der der Vortragsreihe “Kultur(en) des Protestantismus” des Landesgraduiertenkollegs Protestantische Bildungstraditionen statt.

Die Ausstellung “Global Denken Lernen” selbst ist im Haus auf der Mauer von 21.Juni bis 20.Juli 2012 zu sehen. Sie richtet sich sowohl an eine interessierte Öffentlichkeit, als auch insbesondere an Jugendliche, Lehrkräfte und Schulklassen. Gemeinsam vermitteln die Lernfelder dieser Ausstellung, präsentiert auf Bannern, einen pädagogischen Blick auf die Globalisierung. Exemplarisch verdeutlichen zahlreiche Lernstationen praktische Wege der Umsetzung Globalen Lernens.

Herzliche Grüße
Annett Siebert & Benjamin Bunk

Buko Seminar – Globales Lernen & Postkolonialität: Die brasilianische Landlosenbewegung (MST) als besonderer Bildungsraum

Ein BUKO_BiEmer_innen-Seminar aus der Reihe:
Globales Lernen & Postkolonialität – emanzipatorische Bildung im globalen Süden
23.09. – 25.09.2011 – Dortmund, Langer August
Referent: Benjamin Bunk

“Ein Bauer braucht keine Bildung!”, so zumindest die vorherrschende Mei-nung gegen die brasilianische Movimento dos Sem Terra (MST). Sie entwi-ckelt seit 25 Jahren eigene Konzepte des Lehrens und Lernens und betreibt an die 3000 Schulen. Unter anderem technische Fort- und Ausbildungszent-ren und seit neuestem die “Escola Nacional Florestan Fernandes” für Fortbil-dungen und Ausbildungsgänge in Kooperation mit öffentlichen Universitä-ten. Die Landlosenbewegung entwickelt pädagogische Konzeptionen, wie die “educação no campo” (ländliche Bildung) und betreibt vielerorts Schu-len; bis hin zu universitären Studiengängen. Dabei greifen die Bewegungen auf pädagogische Theorien und Konzepte von Paulo Freire bis zur Befrei-ungstheologie zurück. Dabei geht es nicht nur um die Alphabetisierung der Landbevölkerung, sondern auch darum, Werte wie Emanzipation zu verbrei-ten und Lehrpläne zu entwickeln, durch die sich Arbeit, Familie und Ausbil-dung vereinbaren lassen. Zugrunde liegt dieser Bildungsarbeit ein Verständ-nis von Politik, welche die Menschen in die Lage versetzen möchte, ihr Le-ben selbstbestimmt gestalten zu können.

Die MST vertritt moderne Konzepte der Schulorganisation und des Unter-richts, die an reformpädagogische Debatten hierzulande erinnern. Zudem kommt in ihren Ansätzen ein erweitertes Bildungsverständnis zum Tragen, das besondere Aufmerksamkeit auf außerschulische Lernprozessen – und deren Reflexion in Familie, Bewegung und Gesellschaft – legt. Auf diese Weise wird Gesellschaft und gesellschaftlicher Wandel grundsätzlich mitge-dacht. Es handelt sich um ein Bildungskonzept, welches versucht, die aktuel-len Herausforderungen – wie die Globalisierung der Agrarpolitik und den Klimawandel – aufzugreifen und pädagogische Antworten zu geben. Sowohl auf abstrakte gesellschaftliche Entwicklungsprozesse, als auch auf Heraus-forderungen eines existenziell bedrohten Alltags auf dem Land.

In bildungstheoretischer und postkolonialer Perspektive wollen wir uns mit der brasilianischen Landlosenbewegung “Movimento dos sem Terra” (MST) beschäftigen. Betrachtet man die sozialen Bewegungen als Bildungsraum, so schärft dies den Blick auf die Organisationsstrukturen, Rituale und Hand-lungsformen, aber auch ideologische Deutungsmuster der MST.