Fachgespräch Perspektivenwechsel im Globalen Lernen – Emanzipatorische Bildung, Soziale Bewegung und Postkolonialität

By | Mai 20, 2012

Fachgespräch Perspektivenwechsel im Globalen Lernen – Emanzipatorische Bildung, Soziale Bewegung und Postkolonialität

Datum: 24.05.2012, 16-20 Uhr

Ort: EPN Hessen (großen Saal)

Referent: Benjamin Bunk,  Institut für Bildung und Kultur (FSU Jena)und Mitglied der “Amigos do MST”
Thema: Globales Lernen aus der Perspektive der Bildungskonzepte und -Aktivitäten der brasilianischen Landlosenbewegung “Movimento dos Sem Terra” (MST) (4-stündig)

Thema des Fachgespräches ist das Globale Lernen anhand der brasilianischen Landlosenbewegung “Movimento dos Sem Terra” (MST). Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit der MST und ihrem entwicklungspolitischem Kontext aber auch ihrer Eigenschaft als Soziale Bewegung. Die MST hat dabei eine eigene Idee von emanzipatorischer Bildung, eine eigene Idee der Rolle schulischer Erziehung und ist als Bewegung ein besonderer Raum für Bildungsprozesse. Zur Sprache kommen dabei beispielsweise auch Bildungskonzepte wie das Paulo Freires oder die hier eher unbekannteren Debatten in der Pädagogik Brasiliens heute.
Diese Auseinandersetzung soll eine andere Perspektive auf die pädagogischen Herausforderungen des Globalen Lernens eröffnen. Die Frage um die Inhalte rückt dabei in den Hintergrund, geht es doch um die Ziele, Rahmenbedingungen und Methoden Globalen Lernens sowie dessen pädagogischen Selbstverständnis und Funktion in Gesellschaft. Und dies hat auch Konsequenzen für die Praxis.
Daraus ergeben Sich Anschlüsse an allgemeine pädagogische Fragestellungen, schulpädagogische Debatten oder die Idee von Bildung, aber gerade auch an die häufig polarisiert geführte Diskussion um GL als Bildungskonzept und Initiator von offenen Lernprozessen oder als politische Anwaltschaft oder der problematischen Handlungs- und Werteorientierung. Wenn die MST kämpft und sich organisiert für einen offen Zugang zu Bildung, aber auch auf Persönlichkeitsentwicklung und den Erwerb von sozialem und politisch-organisatorischem Wissen abzielt, ist das dann  – in der Sprache des Globalen Lernens-  Empathiefähigkeit und Handlungsorientierter Kompetenzerwerb?
Das Fachgespräch besteht aus einem Vortrag, interaktiven Lernformen und gibt Raum für Diskussion und eigene Fragen.

Zielsetzung: Das Fachgespräch will zum Wissenserwerb über Lernprozesse und Bildungskonzepte im Globalen Süden beitragen. Im Vordergrund steht jedoch die Reflexion der eigenen Ansätze in der schulischen wie entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und die konzeptionelle Diskussion um Globales Lernen. Sowohl die Landlosenbewegung und ihr Kontext, deren Konzept einer emanzipatorischen Bildung als auch die Soziale Bewegung als Erfahrungsraum und Lernort liefern Anregungen Praxis und Theorie Globalen Lernens neu zu denken.
Ausgangspunkt des Fachgesprächs ist die brasilianische Landlosenbewegung, als inhaltliche Fortführung der “Veranstaltung zu Arbeitsrechten und Arbeitsbedingungen auf dem Land/ im Agrarsektor” zum Tag der Landlosen Mitte April. Somit wollen wir auch Zielgruppen erreichen, die bisher noch keinen Bezug zum Globalen lernen hatten.

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